Dienstag, 1. Januar 2013

Hoffnung für das neue Jahr


In einer der vergangenen Nächte hatte ich einen sehr lebendigen Traum. Mein kleiner Bruder hatte eine Erfindung gemacht und ich sollte darauf aufpassen. Ich wusste, dass ihm diese Erfindung sehr wichtig war und dass ich sie geheim halten sollte. Aber erst, als ich die Erfindung gesehen hatte, wusste ich auch, wie viel er investiert haben muss. Ich bekomme immer noch ein mulmiges Gefühl, wenn ich an den Traum denke.

Diese Erfindung gibt es nicht. Aber dennoch.. es wäre wirklich schön, wenn mein Bruder damit Erfolg hätte. Es ist ihm im letzten Jahr nicht immer so gut ergangen, wie ich es ihm wünschen würde.

In meinem Traum hat mein Bruder ein künstliches, intelligentes und fliegendes Wesen erschaffen, das vor allem als Haustier gedacht war. Es war klein, etwa so groß wie eine Hand. Es hatte einen Kopf mit zwei kurzen Tentakeln an der Nase, zwei Arme und einen relativ einfachen Körper. Das Tier hielt sich in der Luft, in dem es Luft einsaugte und dann nach unten hin wieder rauspustete. Es war auch ständig in Bewegung.

Aber mein Bruder hatte noch mehr gemacht, als nur den Prototypen entworfen, die Materialien besorgt und alles eigenhändig zusammen gebaut. Er hat sogar Trainingsanleitungen und mehrere Trainingsvideos erstellt.

Und es waren viele Trainingsvideos. In jedem Trainingsvideo ging es darum, dem Tier etwas anderes bei zu bringen. Immer waren es ca. 5 – 10 Menschen, die miteinander Spaß hatten, etwas mit einander machten und das Tier lernte daraus.

Und nach den Themen der Trainings nach zu urteilen, konnte das Tier eine ganze Menge. Ich hatte nur ein paar von den Trainings angesehen. Aber nach diesen Trainings konnte es bestimmte Menschen als Teil seiner Familie erkennen. Man konnte mit dem Tier sprechen und ihm sogar in mehreren Sprachen Befehle beibringen.

Es hing unglaublich viel für meinen Bruder von diesem Tier ab. Er hatte sich unglaublich viel Mühe damit gegeben, er hatte Investitionen gemacht, die ich mir einfach nicht vorstellen konnte, und dann hat er es mir geschickt, damit ich darauf aufpasse. Das Tier war seine Zukunft und seine große Hoffnung, und er hat es mir gegeben.

Ich bin kurz danach aufgewacht und war immer noch gerührt von dem Vertrauen, dass er mir im Traum entgegen gebracht hatte.

Es war nur ein Traum. Aber bei manchen frage ich mich schon, ob da nicht mehr dahinter steht. Und bei diesem stelle ich mir diese Frage auch. Warum träume ich so etwas? Hätte mein Bruder im wirklichen Leben genauso gehandelt? Und wie hätte ich wohl reagiert?

Ich bin mir da auch heute noch nicht ganz sicher. Eigentlich bin ich der Meinung, dass ein jeder für sich selbst die Verantwortung über sein Leben tragen sollte. Andererseits würde ich meinem Bruder wohl schlecht einen Gefallen ausschlagen, erst recht nicht, wenn es ihm so wichtig ist.

Es ist durchaus möglich, dass mein Bruder so gehandelt hätte. Das Vertrauen zwischen uns Geschwistern ist schon immer sehr groß gewesen, genauso wie der Zusammenhalt und die Ehrlichkeit. Wir können uns aufeinander verlassen. Und wenn einer von uns tatsächlich Hilfe braucht, dann sind wir anderen wahrscheinlich eine der ersten Ansprechstationen.

Ich habe diesen Bruder schon eine Weile nicht mehr gesehen. Und eigentlich haben wir uns immer noch etwas besser verstanden als mit den anderen beiden. Wir haben noch mehr gemeinsam. Und es tat mir schon sehr leid, was ihm alles dieses Jahr passiert ist.

Ich hoffe für ihn, dass es dieses Jahr wieder bergauf geht in seinem Leben. Vermutlich spielt dies tatsächlich eine Rolle darin, warum ich diesen Traum hatte. Ich wünschte, es gäbe irgendetwas, was ich für ihn tun könnte. Und wenn es nur darin besteht, auf eine kleine oder größere Hoffnung aufzupassen.

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